lioilsmil» l^benä ^u»42. l-leit« 2. 26. »Vl», 1913 K /1^/fFO />O^^/s lt. c,. <: //o/«l/^/^«»e<../'i,z/-/»t«/»l ' Tagesnachrichten. Ver Selbftmord des yeneralstabsches« Redl. l^csicrn hat in Wien der Gcncralstabschef des 8. Korpc» Oberst Alfred Redl durch cinen Schuß ».. dcn Mund seinen» Leben ein Ende bereitet. Die '.'/.»Ä.richt, dic gestern mittags in Prag eintraf, hat in Pragcr militälischen Kreiscn und unter der nci» ü.eren Umgebung des Offiziers begreifliche AufrcgilNg beroor-ienifei». O«l»erst Redl »var Samstag gegen 6 llhr früh mit feinem Automobil in Begleitung scines Ehaiiffcurs und seines Dieners nach Wien abgereist, nm dort cine dienstliche Angelegenheit zn erledigen. Bor seiner Wreise schien er guter Dinge, >>»'! oem znriickblcibcndcn zweiten Diener einige üci.lc Wcis.iiiaci. »nd versperrte seine Wohnung. Die .-lliincradcn, die »och am Freitag abend mit ihm bcisammeu gewesen waren, halten nicht die geringste Aufregung au dem stets heiteren und leutseligen »», fsizier bcinerkt. Auch lieh lein Anzeichen vermuten, »daß cr bereits an die unselige Tat »denke. Umso überraschender wirkte bie Todesbvlschaft in, Pragcr Korpskommando. Korpslomnlairdallt G. b. K. Baron Gicsl licß fich hcutc über das »Vc» schchnis Bericht erstallc». Kurz darauf erschien Statthalter Fürst Thu» in» Kurpslommaildo und sialictc den» Kolpslommaudantcn cincn längeren Besuch ab, desscn Anlaß dcr Tod dcs Obersten Redl «.«boten halte. Baron Gieöl verfügte sofort die Durch» Huch»!!,-'- ,-cs Arbeitszimmers des Generalstabschefs, 'im cvennlelle Aufklärungen iiber das Motiv der Tat zu erhalten. Da dic Schlüssel nicht zu finden warcn, lrnnde ein Schlosser geholt, der den Schreib» »isch in A,rwesc,cheit bes Korpskommcmdanten öffnet«. Toch ergab sich lein Anhallspunlt für dcn Selbst» .»ord. «s wurde lein Brici und lcinc Aufzeichnung »icfunden. Obers» Rcol »var cs gelungen, sich iu der turzcn Zci: scincr Pragcr Tätigkeit dcn Rus cineK außcr» o»i>cnilich befähigten Offiziers zu erringen. Vr lliiternahm verschiedene Reformen, deren Ausführung glückic, dic ih.» aber gleichzeitig mancherlei Schwic» »'gleiten bere.iclcn. Vielleicht dürste darin ein »Grund für die nervösen Erscheinungen zu suche»»» 5c.n, die als Motiv des TelbstmordeZ angegeben n-iirden. In dem Zelbstmoidc dcs Gc.ieralstabschefs Oöerilcn Redl wird u»s aus Wien c»em«ldet: Samstag, abends traf Oberst N^>l i» Begleitung seines Oifiziersburschen niittelst Autonwbils in Wien cin »md ncchm in einem .Hotel der Inneren Slodt Wohnung. KurZ noch seiner Ankunst verließ er, nach» dem er einen Brief geschrieben und in den Postkasten gcworien hatte, wieder das Hotel. Vorher heute cr dem Offiziersburschen dcn Auftrag gegeben, ihn 3v!U»rag früh zu wecken. Den Abend des Samstags verbrachte er zuerst in einem Gasthaus« ,n Gesell» schaft zweier Offiziere, dann hielt er sich noch kurze Ieit in einem Kaffeehause aus und lehric kurz nach Miticrnach: i» das Hotel zurück. Vermutlich gleich ..ach seinem Eintreffen im Hotel hat er, im Lehn» Ilichle filMd, die Tat verübt. Im Hotel »vurde» keinerlei Aufzeichnungen gefunden, welche die Tat er» tlärcn könnten. 7», Gcneralstäbskreiseu erklärt man, Oberst Redl habe als Gcneralslabschef des Präger Korps in der leßten Zeit ein« Reihe schwerer und verainwor» .'.mqsvollcr Dicnswrbeiten übernommen und durch, „cslihrt und soi infolge dieser aufregenden Tätigleit neuraslhenisch geworden. Bei dem Toten lvurden mchr als 3000 Kronen Bargeld gesunden. Oberst Redl luar 47 Jahre alt und "rmderllicchlt. Er hat drei Brüder: der cine ist Mintt»«rials»etrelär, oer zweite Oberstleutnant und der dritt« Architekt. Ne Kaisermanöver. Wie«, 26. Vini sPrivat). Die heurigen Kaiser» Manöver finden Anfang Septcnrder in der Gegend uon Neneschcin statt. Es werden daran das 8. «urps sPross), das ll. Korps sLeitmeritz), da« >. «5orp3 lKrcrlau) »md Teile dcs 2. Korpz sWien) ».»-lnehmün. Al) Parle''ommandn »verdcn ber Km-kmnnbnnt des ». Korps l<»n^ Wl«. Bar«, Lcilhncr und der Wiener lgorpotoüimalidan! <3. d. I, v, Z » egler gencmnt. bie Nultian »eihberger. H«ule wurde «in langer Vormittag durchgehal» ten. Der Verlauf ging flott vonstalten. Unter ben Kauflustigen sah nran Frau Hosrat Dörfel, Frau Kommerzialra« Dr. Sohr, Frau Dub, Herrn v. vc ste reu, Direktor Tich»». Dic Alilignitäten» händlcr Morawetz und Poppcr machlcn siarle Ein» nnrfc, letzterer für Berger >Wienl. Dic Preise hlcl» tcn fich mähig. Miniaturen gingen wieder mit er» heblichcn Zteigcrungen ab, während für Porzella»» sauren fast gar kein Interesse vorhanden war. Einige Preise: cm venezianischer Spiegel s28) 68 li; eine Kaminuhr s6u) 119 I<; ein gotisches Holztästchen <25) 51 li- Miniaturen stiegen von 30, 50, 45 unb 80 X auf 151 bcnsjahre. Vei bem Leichenbegängnis ber Frau Therese Kamm befanden sich noch unter dc» Tranergästcn: Professor Dr. Wallo, Präsident der Eskomptegc» sellfchaft für Industrie und Handel Beider, Ver» lvaltllngsrat Sgalitzer, Dr. A. Kiemann, bie Direk» toren Adler, Baudisch, sslimi, Nulf, Stutz. Kom» merzialrat Patzak, kais. Rat Kra»,, die Großindu» stricllen Mehlschmidt, Fischer vom See, Reach, Ob» mcmn des Männergesangoereines Willi Spcrk, Rc» stauratcur Kraft u. v. o. A»szfichstnl.ng«n. Tcr Kaiser hat dem Statt» haltereirnle bei der Statthalterei in Graz Rudolf Freiherrl» von Camcrlandcr den Orden der sEierner! Krone dritter Kll-sse und dem Professor am Ttiftsgynlnosium in Seilenstettcn Dr. Allsclm Sal» zer das Ritterkreuz des Franz Ios«f»Ordens der» liehen. llrüennunge» >»« St»»t»bi«»llt. Der Minis«.»- lür offen»! che '^lbciieu hat die Oo^rnigenicu», H„ stau Berg«»', Eduard Malier und Marin,ili»,'i Thiel zu Ba.irlilcn und dic I»geu»«ure' A,,^ Rasiner, Ludwig Wuim »on A'Nnlreu. Alois Ammer. Dr. Otto Gultma >» n uni» K^ Blau zu vbcr ngcnieulen für dc», Sloalsbaudienst in Nltdcr.Oesterreich «nannt. «zlulfi,», b«r Pl»g«r Techniker. Äu- Ioachi„,K. tal, 24. d., wild uns gejchlicl-en: Unter Führ>-l!c> des Professors Dr. Reblich träfe» g«stei» vormii. tags 22 aus einer geologisckM Eitursion begriss»!,» Hörcr der Prager deutschen Tcchnit hier ein, >u^> >i. dic rcichhaltige VcineralicnsamMlilng in ber Gn,-. »»enuallililg ibesichiigten imb sodr<<»n «n»!«n, Ravium. vortrage des Ncrqrates Tt^p anwohnten, »xr i>-z lcbhaslcste Interesse dcr Hochschülcr errcgle. Tcr Nachmillvrg galt ciner Vesahrung des ftoatlich-,, Edelleulftollcns, wo interessante Anbrüche von Urai.. erz gezeigt wurden, ferner der Besichtigung der staatlichen Kuranstalt für Radiumlherapi« mid «ndlicl, den geologische»» Aufschlüssen dein» grohen Radium, turhötel. Wichtig für Telephon.Abonuenten. Velonntlich besteht cine Vorschrift, nach »orlchcr di« Teleph»il. Abonenten verhalten find, die ihnen von der Telc» phonoerroallung vorgelegten Rechnungen binnen sieben Tagen zu beglichen. Geschieht dies nicht, daml »vird die bclresfende Station vollständig aus d«m Vc» triebe ausgeschaltet. Da nun zur Zeit der Uebeisiod» lunssen in d!« Soiiunerflischen, bvl Verreismigen elc. in der Regel aus diesen wichtige»» Umstand vergessen wird, sei »«uerdings daraus verwiesen, die BogKi. chung dcr Telcphoniniete lrach dem Enlpjanae der Rechnung vorzunehmen. Abonnenten, bie auf la,.M- Zeit verreisen oder Sommerfrischen aufsuche.,, lön. nen die entfallenden Gebüh«i» für M-ict? etc., cmf welche schr leicht vergessen »vird, auch in vorhin, cin entrichten. Sie lausen dann nicht Gefah., bei einer plötzlich nolii>el!dig«i.Rücklchr^-»n»dic Ttadt ihr Telephon nicht benutzen zu tonnen. Selbstmorb «ines Offizier«. Aus Graz. 26. d., wird uns gemeldet: Heute nachts hat sich in e »er Newenheilanstalt bei Grnz der Hauptmann Karl u. Nel! k von» 14. Felbkanonen-Regimenle fPrehburg) das Lcbcn genommen, indem er sich mit eincm R». sicrinesscr dic Pulsadern aufschnitt. Der Ofsiä-» dürfte die Tat »vegen seiner Vcisctzung in den Ruhe» stand verübt haben. Selbstmord iu einer Weinstube. In cinc. Weinstube auf ber Altstadt erschoß sich hcutc mittags der 1? Jahre alte Schlosserlehrling Wenzel Kc» z a l, nachdem er die Kellnerin um Zigaretten gc» fchickt halte. Das Motiv der Tat ist unbetannl. Töblicher Unsnll einer Greili». Heule m.lla.ls »r»irde die 70 Jahre alte Ardellerm 5Hathari,.a Pochmann in der Florenzgasse von einem Wagen der elektrischen Straßenbahn erfaßt und erlitt einen Schabelbriich. Sie wurde !:» sterbelldem Zustande ins Krankenhaus überführt. Bier Wirtschaften ni«b«ig«bla»nt. In Guts» muts dei Arnau brach cml Ironlcichnailistuae nach» mittags in eiilrin Ai-Hvesen Feuer aus, das rasch um sich griff und vier Wirtschaft«« feunt Gwrichwng im« Nebmgebäuden tVll,stä»»d'ig in Asche legte. Es wird Brlmdlocruug vermutet. Eine Hnuptrefferllffäl«. Aus Budapest, 24. b.,wird telegraphiert: Der Agent Johann I ter erstatteie gestern die Anzeige, daß ein Los der Pester txlterlan» oischcn Sparkasse, auf das im vergangenen Jahre ein Treffer von 400.000 Kronen gezogen wurde, in dem Bciseldschen Nanthaiüse vertauscht un» der Gewinst von einem Unbekannten behoben worden sci. Er führte in seiner Anzeige aus, daß seine vc»' storbcne Frau das Los mit der Nummer 5086 aw Vochzoitsgeschenk erhalten habe. Drückende Not habe die Frau gezwungen, dos Los um 100 «ii zu verpf>»5» den. Als sie sich trank auf der Klinik befand, las.,'«' in der Zeitung, daß ihr Los mit dcm Hauptlrefie» gezogen lvurde. Sie verschaffte sich 100 K, ließ da' Los auslösen mid verwahrte es in einem Kuvert '«» ihrem Kleiderschrank. Als sie später das Kuvert«'!!' nete, sah sic mit Bcstürzung, daß man ihr beim Aus» lösen statt ihres Loses Nr. 5086 ein solches "-'-/? Nummer 5860 übergebcn halte. Infolge der Nu!' rcg»!,g verschlimmcrlc sich der Zustand der Frau mm bald darauf starb sic. Der Wi!,ve».' erstattete nun »»- Anzeige. Es wurde festgestellt, daß dcr Schwieg"- söhn des Bankiers Ncifeld, Marcell D o n o s sN, °" Gewinst behoben hatte. Letzterer erklärt jedoch A Los schon seit zehn Jahren besessen zu habe". ^ Untersuchung zur Klar>tellung dieser Hauptlress-- geschichte wird fortgefichrt.